Die zweite Exkursion in die Schefela

Was letzten Dienstag begonnen wurde, haben wir gestern auf der zweiten Exkursion in die Schefela ergänzt. Unser Weg führte uns zuerst auf das Tel Gezer, wo sowohl ein mittelbronzezeitliches, als auch ein eisenzeitliches Tor zu sehen waren.

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Das einsenzeitliche Sechskammertor in Gezer

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Das kanaanäische Heiligtum in Gezer

Außerdem wurde der „Kalender von Gezer“ gefunden, auf dem die Monate mit ihren zugehörigen Tätigkeiten beschrieben werden und der unsicher ins 10. Jh. v. Chr. datiert werden kann. Besonders rätselhaft sieht das kanaanäische Heiligtum mit Masseben und Becken aus, das für die Mittelbronzezeit sehr monumental ist. Danach besuchten wir Aschkelon, wo eine beeindruckende Toranlage aus der Mittelbronzezeit ausgegraben wurde. Neben dem Tor wurde ein kleines Hausmodell mit einem silbernen Kalb gefunden, was auf eine Kultstätte hindeutet. Dieser Fund ist bedeutend, da er darauf hindeutet, dass die kleinen Figurinen und die Schreine, die vielfach gefunden wurden, wahrscheinlich in Verbindung im Kult verwendet wurden.

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Aschkelon’s Toranlage

Nach einer Mittagspause, die von manchen durch die Besichtigung der byzantinischen Kirchenüberreste zu besichtigen und von anderen die Füße in die nahe gelegenen Fluten zu strecken, war unsere letzte Station Tel es-Safi. Die Stätte wird mit dem der biblisch bezeugten Philister – Stadt Gath verbunden, die laut 2.Kön 12,18 und assyrischen Quellen von Hasael und den Aramäern um 835/820-820/796 v. Chr. zerstört wurde. Eine gefundene Scherbe mit der Aufschrift „ALWT“ wird zudem als Verbindung zu Goliath gedeutet, was jedoch umstritten ist, da es sich nicht unbedingt um den Goliath handeln muss, der von David besiegt wurde.IMG_20170322_152049

Da dies unsere letzte Tagesexkursion war, rückt das Ende des Studienjahrs gefühlt wieder ein Stück näher. Rückblickend haben wir so viel erlebt, dass es sicher eine Weile dauern wird die vielen Eindrücke zu systematisieren und zu merken, wie viel wir auch einfach auf dem Weg mitgenommen haben.

Aber es ist zum Glück noch nicht vorbei, auch wenn diese Woche sich dem Ende neigt, denn auch die nächsten beiden Wochen sind gut gefüllt und locken mit einem spannenden Programm.

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Die erste Exkursion in die Schefela

Am Dienstag dieser Woche führte uns Frau Dr. Streit von der Hebräischen Universität auf der ersten Exkursion durch die Schefela nach Beit Schemesch, Khirbet Qeiyafe, Tel Lachisch und Beer Scheva. Auf diese wird nächste Woche die zweite Exkursion nach Gezer, Aschkelon und Gath folgen.

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Welch heimische Gefühle in so einem Kammer-Tor aufkommen 😉

In Beit Schemesch sahen wir Überreste eines Tores aus der Mittelbronzezeit, eisenzeitlicher Mauern und eines byzantinischen Klosters und ein großes eisenzeitliches Wasserreservoir. Leider ist die Stätte nicht offiziell Nationalpark und daher nur wenig besucht, obwohl die Größe der unterirdischen Zisterne beeindruckend ist.

IMG_3153Unsere nächste Station war Khirbet Qeiyafa, wo Frau Dr. Streit selbst bei den Ausgrabungen mitgewirkt hat, die von 2007-2013 von Yossi Garfinkel durchgeführt wurden. Dadurch konnte sie die Erklärungen zum Ort mit verschiedenen Fundgeschichten (natürlich immer kurz vor Ende der Grabung und völlig unerwartet) mit Leben füllen. Die Stadt wurde wahrscheinlich nicht lange bewohnt und ist plötzlich verlassen worden. Es wird darüber diskutiert, ob sie vielleicht zum Administration Davids gehört haben könnte, da sie einen Tagesmarsch von Jerusalem entfernt liegt.

An dem Tel Lachisch kann man in eindrücklicher Weise die Belagerungsspuren der babylonischen Zerstörung durch Nebukadnezar 588 v. Chr. anhand der Belagerungsrampe sehen. Daneben sind noch Reste des Stadttors und des Forts erhalten.

Zuletzt waren wir noch in Beer Scheva. Der Nationalpark hat hier mehr rekonstruiert als an anderen Stätten, wodurch die Hausstrukturen besser zu erkennen sind. Hier wurden die Einzelteile eines Hörneraltars gefunden, dessen Abtragung mit den Reformen des König Hiskijas (2.Könige 18,1-4) verbunden werden.

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Eine Nachbildung eines Hörneraltars

Neben den Exkursionen haben wir in dieser und der nächsten Woche zum einen die Vorlesung von Prof. Markschies zu „Pseudo – Dionysius Areopagita oder: wie politisch ist spätantike christliche Mystik?“ und zum anderen das Seminar mit Prof. Achenbach und Prof. Neumann zu „Begründung und Funktion altorienalischen und biblischen Rechts“.

Ein Sufi – Konzert, die Kreuzfahrerexkursion und ein Studientag in Tel Aviv

IMG_2435IMG_20170302_200656Am Abend des letzten Donnerstags hatten wir durch die guten Kontakte von Frau Prof. Neuwirth die Gelegenheit einem Sufi – Konzert zu lauschen. IMG_20170302_191906Diese mystische Form der islamischen Spiritualität miterleben zu dürfen hat sich gut an unsere islamwissenschaftlichen Veranstaltungen angeschlossen.

Von Freitag der letzten Woche bis Dienstag dieser Woche wandelten wir auf den Spuren der Kreuzfahrer. Dabei besuchen wir in den ersten Tagen von Tabgha und am letzten Tag von Jerusalem aus hauptsächlich Burgreste und Kirchen, die von dieser Zeit zeugen. Besonders spannend war, zu sehen, wie positiv das lateinische Königreich in der Aufarbeitung der Nationalparks dargestellt wird. Wahrscheinlich sieht man in der Bewegung, die ins Heilige Land zog, einen Vorläufer der Zionisten, wenn auch der Vergleich etwas hinkt.

Um nicht völlig auszuufern (denn alle Orte waren sehenswert und auf ihre Weise besonders) seien nur wenige Stationen einzeln genannt. Die Burg Belvoir, eine Festung der Johanniter, beeindruckte durch ihre massiven und sehr gut erhaltenen Basaltmauern. In Akkon besuchen wir ebenfalls eine Festung der Johanniter. Diese ist eine der letzten großen Bauten der Kreuzfahrerbewegung und sogar noch besser erhalten. Kreuzfahrerzeitliche Kirchen sahen wir unter anderem in Lot und Emmaus-Nikropolis. Die typische Form der dreischiffigen, dreiapsidialen Basilika hat einen guten Wiedererkennungswert und geht häufig auf ein byzantinisches Vorbild zurück.

Die im Vergleich zu anderen Exkursionen fast „jungen“ Stätten haben oft Erinnerungen an europäische, mittelalterliche Gebäudestrukturen geweckt und waren dadurch etwas intuitiver zugänglich. Wir kennen nun auf jeden Fall alle den Unterschied zwischen Kreuzgrat- und Kreuzrippengewölbe, was es mit Ellenbogenkonsolen auf sich hat und wie taktisch die Kreuzritter auf Bergen gebaut haben.

Nach der Exkursion war vor der nächsten Exkursion, denn Mittwoch folgte direkt im Anschluss der Besuch der Universität in Tel Aviv, wo wir Israel Finkelstein trafen, und der deutschen Botschaft. Nachdem wir in der Vorbereitung bereits viel über und von Herrn Finkelstein gelesen haben, war es sehr spannend ihn persönlich zu treffen und die Fragen zu stellen, die einem vielleicht seit der Lektüre auf der Seele brannten.

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Beim Treffen mit Israel Finkelstein

In der Botschaft konnten wir ebenfalls Fragen besprechen, diese waren jedoch eher politischer Natur und aus unserer Auseinandersetzung mit dem Nah-Ost-Konflikt und der Beziehung zwischen Israel und Deutschland erwachsen.

Nach diesen ereignisreichen und aufregenden Tagen haben wir jetzt erst mal Zeit bis zur nächsten Woche um durchzuatmen und zu regenerieren.