Tritojesaja, Paulus, Mohammed und die deutschen Kulturtage

Die letzte Woche und das vergangene Wochenende waren primär durch unsere drei Vorlesungen und die deutschen Kulturtage der Dormitio Abtei geprägt.

Mit Prof. Berges haben wir uns in der Vorlesung „Religion zwischen Mystik und Politik. Exegetisch-theologische Spurensuche in Tritojesaja“ den Kapiteln 54 – 66 des Jesajabuchs genähert, der dritten großen Einheit des Buches, dessen anonymen Autor oder Verfassergruppe als „Tritojesaja“ bezeichnet wird. Aus diesen Abschnitten stammen viele der Texte, die wir aus den Lesungen im Advent kennen. In dem nachexilischen Entstehungskontext der Kapitel war die Verfassergruppe, die sich selbst als „Knechte“ bezeichnet haben, davon überzeugt, dass sie durch richtiges Verhalten Vorbild für die Völker sein sollen, die dann auch zum Glauben an den Herrn kommen würden. Besonders interessant ist die Überordnung des ethischen Handelns und des Sabbathaltens gegenüber der mosaischen Tora und des Opferkultes.

In der Vorlesung zu „Glaube und Gesellschaft in der Theologie des Paulus“ mit Prof. Schröter haben wir die paulinische Vorstellung eines ethisch richtigen Lebens herausgearbeitet. Der Gegensatz von Indikativ und Imperativ, der in der Forschung aufgebaut wurde, kann nicht gehalten werden. Nach paulinischer Denkweise ist der getaufte Mensch der Sünde gestorben (Röm 6) und kann daher nicht mehr unter sie verkauft sein. Das muss sich nun nur noch in der richtigen Verhaltensweise des Christen in der Welt nach außen zeigen.

Alle guten Dinge sind drei. In unserer dritten Vorlesungen bei Prof. Reichmuth „Zwischen Mystik, Recht und Politik: Der Prophet in der muslimischen Frömmigkeit der Neuzeit“ lernten wir, wie der Prophet Mohammed in der islamischen Frömmigkeit vergegenwärtigt wird. Das geschieht zum einen durch die leiblichen Nachkommen, die besondere Autorität haben, zum anderen in der Mystik, der Dichtung und der Malerei.

Das Wochenende wurde durch die deutschen Kulturtagen der Dormitio bereichert. Diese wurden Freitagabend durch eine Buchlesung aus „Ein Frühling in Jerusalem“ von Wolfgang Büscher eröffnet. Herr Büscher beschreibt seine Eindrücke aus mehreren Monaten, die er ausschließlich in der Altstadt Jerusalems verbracht hat und es war sehr spannend zu merken, wo wir, die wir nun gute sechs Monate im Land sind, ähnliche oder andere Eindrücke gewonnen haben. Spätestens wenn uns in nach unserer Abreise irgendwann die Sehnsucht nach der Heiligen Stadt plagt, ist „Ein Frühling in Jerusalem“ sicher eine empfehlenswerte Lektüre.

Samstag ließ der Bücherverkauf der Duppletten der Bibliothek so manchen von uns schwach werden. Daneben gab es mehrere Alphorn – Konzerte und Klosterführungen.

Abgeschlossen wurden die Kulturtage gestern Abend durch die Goerres – Lecture von Frau Schavan zum Thema „Päpste vor Parlamenten“. Als Studierende hatten wir bereits vorher die Möglichkeit einige Fragen zu stellen und mehr über ihre Aufgabe als deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl zu erfahren. (Für Fotos unter: https://de-de.facebook.com/Dormitio/)

In den nächsten Tagen gehen die Vorbereitungen für die nächste größere Exkursion wieder los: ab Freitag folgen wir den Spuren der Kreuzfahrer von Tabgha aus.

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